Omnibus – einer für alle – die Kirchspielfahrt beginnt

Für alle? Alle in einem Bus? Alle gemeinsam unterwegs? Wollen wir das? Kann das gut gehen? – Wollen? Nein, das war nicht der Traum unserer schlaflosen Nächte, weder der Gemeinden, noch der Mitarbeiter. Wir alle haben uns nur mit großer Sorge und mit vielen Bedenken auf diesen Weg eingelassen. Und doch war es eine notwendige Entscheidung. Die finanzielle Situation, zumal jetzt in der sich abzeichnenden Krise macht es nötig. Und nun startet das Unternehmen Kirchspiel: Gemeinden, Kirchen, Mitarbeiter und die Pfarrer starten neu: als Team.

 

Was heißt das für unsere Gemeinden? Im Alltag spürbar ändert sich eher wenig, denn wir haben uns schon verändert: Die Pfarrstelle ist seit dem Weggang von Pfr. Dr. Gramzow mit 50 % besetzt. So wird es bleiben. Die Kirchenmusikstelle wurde mit der Stelle von Naunhof zusammengeführt – und geht mit dem 1.1. ans Kirchspiel über. Der Weg war rechtlich kompliziert und wird nun mit dem Übergang der beiden kleinen in eine gemeinsame neue B-Stelle abgeschlossen. Birgit Winter, unsere Verwaltungskraft, ist nun nicht mehr an zwei Stellen angestellt, sondern bei einem gemeinsamen Träger. Die Prozente Gemeindepädagogik gehen vom Kirchenbezirk ans Kirchspiel über, innerhalb unserer Gemeinden ändert sich nichts.

Ändern werden sich Adressen und Verwaltungszuständigkeiten. Die Gemeinden werden stärker als bisher zusammenarbeiten. Ändern wird sich die Verantwortlichkeit des Kirchenvorstandes. Es gibt künftig für das Kirchspiel einen gemeinsamen Kirchenvorstand, der für die zentralen Entscheidungen und Beschlüsse zuständig ist. Alles, was wir vor Ort organisieren und wozu wir zentrale Finanzen brauchen, wird von unserem Ortsvorstand, zu dem unsere Kirchenvorstände übergehen, vorbereitet. Dr. Christoph Weisbrich wird als Delegierter gemeinsam mit dem für unseren Bereich zuständigen Pfarrer unsere Gemeinden im Kirchspielvorstand, dem neuen Kirchenvorstand, vertreten.

 

Der große Bereich des Kirchspiels hat drei Gebiete, die enger zusammenarbeiten. Wir gehören zur Region Naunhof / Pösaue (ehemals Großpösna) /Pomßen / Otterwisch. Diese Zusammenarbeit ist für Sie nicht neu: Sie erleben das in den Seniorenkreisen, bei Beerdigungen, die durch meinen Anteil im Schulpfarramt normalerweise von den Kollegen der Region abgedeckt werden. Sie kennen die gemeinsame Bibelwoche und den Regionalgottesdienst am Himmelfahrtstag.

 

Bei den Überlegungen für die Zusammenarbeit in der Kirchenmusik wurde deutlich, welche Schwerpunkte für uns hier in den Gemeinden wichtig sind. Sie bestanden in drei Punkten: Wesentliches bewahren – Raum für Gemeinsames entstehen lassen – sich von dem verabschieden, was so nicht mehr weiterführbar ist. Im Blick auf die Kirchenmusik haben wir trotz der schwierigen Bedingungen und des Beginns in absoluter Ausnahmesituation bereits erfahren, dass diese Schwerpunkte die Arbeit gut gestalten lassen. In diese Richtung werden wir weiterarbeiten: Ein Leib – viele Glieder. Diesem Prinzip, das Paulus für die Zusammenarbeit der Gemeinden formulierte, wollen wir folgen.

 

All dies ist nur möglich, wenn wir diesen Bus nutzen, gestalten, fahrfähig halten. Darum: Kommen Sie vorbei, bringen Sie sich ein. Wir haben Raum für Ideen, Freude an dem, was hier in unseren Orten mit ihren wunderbaren Menschen und den außergewöhnlichen Kirchen wachsen kann. Und falls Sie dies noch nie erlebt haben: Entdecken Sie das Nahe neu.

 

Bettine Reichelt, Pfarrerin Pomßen-Belgershain und Köhra

Posted in Aktuelles on 3. Februar 2021.