Grußwort

Liebe Gemeinden,

den ersten Gemeindebrief des neuen Kirchenjahres, der zugleich der letzte des bedeutenden Kalenderjahres 2017 ist, den schmückt wieder ein Weihnachtsbild. Dieses Bild führt uns an die Krippe, und es stellt uns damit am Beginn wie am Ende eines Jahres einmal mehr vor Augen, worauf es im Rhythmus des Lebens wirklich ankommt: Finde den Weg zu Gott.

Drei angesehene Menschen, mögen sie nun Weise oder Könige gewesen sein, haben ihn gefunden. Sie haben den Weg gefunden. Sie haben Gott gefunden. Für sie, die Suchenden, ist aus dem einstigen Aufbruch ein Weg geworden, der sie, zu denen man sonst aufschaut und die man verehrt, beugt und auf die Knie zwingt. Sie, die Regierenden, die Gelehrten, die Wohlhabenden, haben ihr Ziel in der Anerkennung eines Größeren gefunden. Den Segen ins Gesicht geschrieben und die Gewissheit in die Augen gelegt hat ihnen nicht die erfahrene Verehrung der eigenen Person, sondern der persönliche Dienst am scheinbar Geringeren. Beim Blick nach unten haben sie den Höchsten gefunden. Gott hat sich finden lassen im armseligen Menschenkind Jesus von Nazareth.

 

Wie eine Gabe an die Menschen, an alle, die zur ihr kommen, hält Mutter Maria das Kind in den Händen. Von Anfang an hat sie gewusst, dass dieses Kind unter ihrem Herzen nicht ihr gehören wird, sondern dass dieses Kind Gottes Zuwendung an die Welt ist. Eine Zuwendung, die leicht übersieht, wer es gewohnt ist, sich nur am Oben zu orientieren. Die Weisen oder Könige erkennen im Kind das Geschenk der Gnade Gottes und ihnen wird die unverdiente Voraussetzung des eigenen Lebens bewusst. Finde den Weg zu Gott. Den Heiligen steht das Woher und Wohin ihres Lebens vor Augen und sie, die gekrönten Häupter mit den kostbaren Geschenken, empfangen in Demut, in Dankbarkeit und in tiefer Anbetung. Mitten auf Erden, in einem Stall, in einem Menschen haben sie das Himmlische, das Andere, das Höhere gefunden. „Das Reich Gottes ist mitten unter euch!“, so wird die Botschaft des erwachsenen Jesus lauten.

 

Liebe Gemeinden, vor allem die Advents- und Weihnachtszeit ist Gottes jährlich an uns ergehende Einladung, den Weisen – und natürlich auch den Hirten – auf ihrem Weg des Suchens und Findens zu folgen. In diesen lautesten, grellsten und teuersten Wochen des Jahres, in denen sich die Angebote zum vermeintlich höchsten Glück auf Erden nur so überbieten, lädt uns die Krippe mit Maria und dem uns Menschen zugewandten Jesuskind ein, uns von Gott zeigen zu lassen, dass alles, was wir brauchen, immer schon da ist, uns von Gott in Liebe geschenkt. Beugen wir die Knie und reichen wir ihm unsere offenen Hände und Herzen.

Ihr Pfarrer Dr. Christoph Gramzow

Posted in Aktuelles on 25. Februar 2015.

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